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Kurzgeschichte
Winterspaziergang
Kalter Januarwind küsst meine blasse Mädchenhaut; kriecht in Schauern unter meine Kleider. Der Januar. Klammheimlich kam er angeschlichen und stand nach der beschaulichen Weihnachtszeit plötzlich vor der Haustür. Reißverschluss hochziehen; Mütze tiefer in die Stirn. Kleine weiße Flocken tanzen in kühler Leichtigkeit durch die Luft und finden ihren Tod auf meinen warmen Wangen.
Nur noch 3 Monate bis zum Abi. Die Zeit rast an mir vorbei und grinst mir dabei frech ins Gesicht.
Werde ich es schaffen? Werde ich mich danach richtig entscheiden? So viele Gedanken wie es weitergeht. Dunkle Schatten, die ich zu lange, zu gerne verdrängt habe und die jetzt zu meinen unausweichlichen Gefährten zählen.
Aber wie soll man auch mit 18 eine solche Entscheidung treffen? Wie kann man dann schon wissen was man den Rest seines Lebens machen will? Ich habe Respekt vor jungen Leuten, die sich dem schon so früh bewusst sind. Ich bin es mir nicht.
Ein Jahr im Ausland wäre wirklich interessant. Aber bin so mutig? Meine Oma sagte oft: "Ein Saarländer zieht es immer wieder zurück ins Saarland."
Ich ziehe die kalte Januarluft tief in meine Lungen. Früher war ich hier oft mit meiner Familie. Wir machten zahlreiche Spaziergänge an der Saarschleife entlang; im Sommer mit Picknickkorb und im Winter mit Schlitten. Doch je älter ich wurde desto mehr schwand auch mein Interesse daran. "Familienausflüge? Spazieren gehen? Ich denke dafür bin ich langsam zu alt, Mama!" Ich höre es mich in meiner pubertären Überschwänglichkeit noch laut und deutlich sagen. Jetzt wünsche ich mir oft diese Tage zurück, in denen ein heruntergefallenes Eis zu den größten Problemen zählte und Gedanken um die Zukunft noch Jahre entfernt auf mich warteten.
Ich schaue auf das Wasser der Saar, das sich in seiner winterlichen Ruhe durch das Tal streckt. Heute ist hier nicht viel los, vereinzelt ein paar Spaziergänger. Die Ufer sind mit einer feinen Eisschicht bedeckt. Mein Blick wandert zum Aussichtspunkt Cloef. Von dort oben bietet sich einem der beste Blick auf die Saar, zu Füßen von Orscholz. Ich erinnere mich an einen Schulausflug in der 8.Klasse dorthin, ein scheinbar unbezwingbares Ziel. Doch ich riss mich zusammen; ich war schließlich nicht die Einzige, die sich diesem Aufstieg stellen musste. Ich weiß noch genau, wie ich mich fühlte als ich oben ankam, müde und kaputt. Aber auch stolz und erleichtert. Den Mantel aus Selbstzweifeln hatte ich abgelegt.
Ein kühler Luftzug weht mir meine Haarsträhnen ins Gesicht und reißt mich aus meinen Gedankengängen. Von meiner Erinnerung beflügelt weiß ich, dass ich auch dieses Hindernis überwinden kann. Ich muss es nur wollen, mich meinen Gedanken und Zukunftsängsten stellen. Ich spüre schon die Erleichterung über diese Erkenntnis.
von Lisa Gangolf
Friedrich-List-Schule
KBBZ Saarbrücken
Stengelstraße 29
66117 Saarbrücken
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Kurzgeschichte
Totentanz
Und wieder zerschlägt sich meine Hoffnung auf ein ruhiges, entspanntes Wochenende, an dem ich vielleicht etwas mit meinen besten Freunden unternehmen wollte, prompt. Anstatt feiern und spaß haben, hies es nun mal wieder ein Referat vorbereiten für Montag: Geschichte. Es gibt schlimmere Fächer- gewiss; aber es gibt nichts Schlimmeres als zu wissen, dass man sein Wochenende für ein Referat opfern muss und wird. Ich liege zu Hause auf meinem mit Kissen übersäten Bett und mustere meine braune Holzdecke. Über was soll ich berichten? Die beliebtesten Themen sind wieder vergriffen, wie das nun einmal so üblich ist. Durch ein lautes Poltern werde ich prompt aus meinen Gedanken gerissen. Ich schrecke auf und versuche einen Blick aus meinem Fenster, das zum Hof reicht, zu erhaschen. Und tatsächlich kann ich sehen, dass meine Oma, über ihren Kuchen gebückt, flucht. Seufzend quäle ich mich hoch und trotte zu ihr hinunter. Dort werde ich gleich von einem wütenden, aber auch sehr enttäuschten Gesicht empfangen. „Hi Oma“, begrüße ich sie und drücke ihr einen dicken Kuss auf ihre weiche Wange. Gemeinsam sammeln wir die letzten Überreste des Marmorkuchens auf und befördern diese in die Mülltonne die neben dem Eingang zu unserem Hof steht. Eigentlich könnte ich sie ja fragen, ob sie einen Ort wüsste, der eine herrliche aber nicht zu langweilige Geschichte für ein Referat hergibt. Kurzentschlossen nehme ich sie an ihrer Hand und ziehe sie mit zur nächsten Sitzmöglichkeit. „Du, Oma, wo bist du eigentlich am liebsten?“, frage ich sie. „Oh, im Café von Tante Ilse ist es schon-“-„Nein, Oma. Ich meine einen Ort mit Geschichte. Einen, Ort der vielleicht total romantisch ist. Einfach einen Ort der dich total vom Hocker gehauen hat.“, ich nicke ihr zu. „Lass mich überlegen.“, entgegnet sie mir und blickt in den Blumentopf neben sich, “aber natürlich Kind! Ein wunderschönes Plätzchen. Die Burg Montclair in Mettlach! Du, da war ich mit deinem Opa so oft. Was wir dort nicht alles schon unterno-“ Wieder unterbreche ich sie. Diesmal aber mit einem Strahlen auf dem Gesicht und mit einer überschwänglichen Umarmung, wie sie es bestimmt seit meiner Kommunion nicht mehr erlebt hat. Und die ist jetzt auch schon stolze acht Jahre her. „Danke Oma! Danke! Du bist einfach die Beste! Natürlich- die Burg Montclaire, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin!“ Nach noch zwei Küsschen und einer weiteren, festen Umarmung sprinte ich in mein Zimmer. Naja zumindest hatte ich das vor. Meine Mutter stellt sich mir in den Weg und gibt mir ein Zeichen, das mir zu verstehen gibt, dass das Mittagessen fertig ist. Da ich weiß, dass eine Diskussion mein Vorhaben nur noch länger verzögern würde, setze ich mich rasch an den Tisch und schlinge mein Mittagessen hinunter. Natürlich werde ich nicht nur von meinem Vater und meiner Mutter, sondern auch von meinem Bruder dabei kritisch und zugleich verwundert beäugt. Dieser lässt aber gleich noch einen Kommentar folgen: „Oh, machst wohl keine Diät mehr, Schwesterchen?“ Mit einem tritt an sein Schienbein gebe ich ihm zu verstehen, dass er den Mund zu halten hat. Ja, okay, ich war auf Diät. Auch ja, ich will fünf Kilo abnehmen. Aber ich habe es eilig. Verdammt eilig. Ich haste in mein Zimmer und packe ein paar Sachen in meinen Rucksack. Auf dem Weg zur Tür flechte ich mir noch fix einen Zopf und sprinte dann zum Bahnhof, um gleich den nächsten Zug nach Mettlach zu erwischen. Am Bahnhof angekommen löse ich mir gleich mein Ticket und sehe dann auch schon wie der Zug um die Kurve biegt. Ich ergattere einen Sitzplatz am Fenster und krame auch gleich mein Notizbuch hervor, in dem ich alles festhalten will, was ich Besonderes über diese Burg erfahre. Meine Oma hat so recht. Es gibt wirklich keinen schöneren Ort in der Nähe als diese Burg an der Saarschleife. Sie liegt ganz versteckt hinter gefühlten tausenden von Bäumen. Aber wenn man ganz oben auf ihr steht, hat man einen Ausblick, der jeden einfach nur noch umhaut. Sie ist nicht groß. Nein, eigentlich sogar richtig klein. Aber sie besitzt einen Zauber, den wir Menschen nicht mehr kennen und den viele wahrscheinlich auch schon nicht mehr spüren können. Mich haut er jedes Mal um. Immer wenn ich dort bin, will ich nicht wieder weg. Einfach weil es so schön dort ist und weil ich dort immer das Gefühl habe, dass etwas ganz besonderes in den Steinen schlummert. Ich glaube, diese Steine haben viel zu erzählen. Und ich glaube auch, dass es sehr interessant wird.
Uff. Also dieser Berg zur Burg macht mich jedes Mal fertig. Dabei sollte meine Ausdauer gar nicht so mies sein, schließlich gehe ich jeden zweiten Tag eine Stunde Laufen. Ich lasse mich rückwärts auf eine Bank an der Klippe fallen. Mein Blick mustert zuerst den ersten Bogen der Saarschleife und schweift dann einen Baumstamm hinauf- hoch bis zu der Spitze des Baumes. Ich krame meine Wasserflasche heraus, setze sie an und trinke ein paar Schluck. Wieder lege ich meinen Kopf in den Nacken und mustere die Baumspitzen. Sie wirken irgendwie friedlich. Viele von ihnen könnten mir bestimmt auch schon so einiges über das erzählen, was hier in und mit der Burg passierte. Ich finde, dass die Bäume frei sind; sie tanzen immerzu mit dem Wind, egal welche Jahreszeit es ist. Nun ja. Ich packe meine Flasche wieder ein und stämme mich mit einem leisen Seufzer wieder auf. Es ist ja nicht mehr weit. Noch circa zehn Minuten, dann bin ich an der Burg. Langsam schlendere ich weiter, werfe den Rucksack wieder auf meinen Rücken. Obwohl es langsam duster unter den Bäumen wird, fühle ich mich sicher. Die dicken Baumstämme dieser riesengroßen und uralten Bäume scheinen mich zu beschützen. Zumindest fühlt es sich so an. Normal bin ich sehr schreckhaft. Nie würde ich im Dunkeln allein vor die Tür gehen. Sogar der Müll, der eigentlich noch am Abend entsorgt werden müsste, muss aus dieser Priorität heraus bis zum nächsten Morgen warten, bis er in der Tonne landet. Die Blumen haben ihre Blüten auch schon geschlossen. Bis auf eine; diese scheint noch nicht bemerkt zu haben, dass es Abend ist. Ich muss schmunzeln, sprinte um die nächste Kurve, bleibe abrupt stehen und ein breites Lächeln huscht über mein Gesicht. Diese Burg ist einfach der Wahnsinn. Sie zieht mich jetzt schon in ihren Bann. Ziemlich erschrocken fasse ich mit meiner Hand an meine Hosentasche. Wie ich feststellen muss, versucht mich meine Mutter zu erreichen. Nachdem wir ein paar Worte gewechselt haben, beende ich unser Gespräch mit dem Satz: „Jaja, am Sonntagabend bin ich wieder zuhause und ja, ich richte Mona einen Gruß aus.“ Mona ist seit dem Kindergarten meine beste Freundin. Sie muss nun mal wieder als Alibi herhalten. Schließlich kann ich meiner Mutter nicht sagen, dass ich vor hatte das Wochenende über in Mettlach zu bleiben. Und dann noch Mutterseelen alleine. Nein nein, diese Angst braucht sie nicht zu haben. Da ist eine Notlüge doch erlaubt.
Ich beende meine zweite Runde um die Burg und entdecke einen kleinen Eingang, den ich zuvor noch nie gesehen habe. Gebückt trete ich durch die Tür und spüre ein sogähnliches Gefühl in mir. Ich schließe hastig die Augen und öffne sie erst wieder, als ich Sand schmecke. Verwundert schaue ich mich um. So sah die Burg doch noch nie aus. So vermodert, verstaubt. Überall liegen Blätter und zentimeterdick liegt der Sand auf dem Boden. Der Wind bläst durch den Gang und wirbelt den feinen Sand immer wieder auf. Ich klopfe meine Kleidung ab, als ich auf einmal einen Ruf höre. „Das wirst du bereuen, du-“ höre ich von weitem jemanden rufen. Langsam folge ich dem Gang, aus dem der Ruf kam. Ich trete aus der Burg heraus und schaue mich um. Circa ein Kilometer von mir entfernt sehe ich wie zwei gegeneinander kämpfen. Wieso steht hier kein einziger Baum? Was stimmt hier zur Hölle nicht? Während ich nachdenke, nähere ich mich den Kämpfenden langsam und leise. Mit einmal realisiere ich, was ich da überhaupt sehe: der eine sieht aus wie eine ganz normale Person, nur verkleidet. Aber der zweite Kämpfende- das ist kein Mensch. Ausgeschlossen. Eine Kreatur. Sie ist groß, weit über 2 Meter, aber gleichzeitig so unglaublich dünn, dass jede einzelne, von ledriger Haut überspannte Rippe, zu sehen ist. Die dürren Arme münden in große Hände mit knochigen Fingern, deren gelbliche Nägel spitz herausragen. Ein zerfetztes Stück Stoff, das wohl eine Hose sein soll, bedeckt die langen Beine der Kreatur bis zu den Kniescheiben. Die Füße sind riesig und auch hier treten spitze Nägel hervor. Der Kopf, an dem sich elfenähnliche Ohre und eine lange Nase befindet, ist spärlich mit gräulichem Haar bedeckt und die roten Augen des Wesens funkeln bedrohlich aus tiefliegenden Höhlen. Der breite Mund - gespickt mit gelben Eckzähnen- ist zu einem bösartigen Grinsen verzogen und verursacht Falten in der blassgelben Haut des Wesens. Wie festgefroren bleibe ich stehen und mustere diese Kreatur. Wieso und weshalb ich mich ihr dann nach gefühlten zwei Stunden doch nähere, weiß ich nicht. Ich stehe so dicht hinter ihr, dass sie meinen Atem spüren muss. Was mache ich da eigentlich? Langsam will ich zurück weichen, doch dann sehe ich, wie sich der Kopf der Kreatur zu mir dreht und mich schnaubend anschaut. Seine Mimik wird noch finsterer, die Falten tiefer und es scheint, als würde der Kopf die Augen verschlingen. Ich stolpere und falle nach hinten. Noch bevor ich auf dem Boden aufkomme, umschlingt die Hand der Kreatur meinen Oberarm und hält mich mit starrem Blick fest. Zögernd und mit bebendem Körper richte ich mich langsam wieder auf und mustere ihn erneut. Als ich wieder sicher stehe, schaue ich ihm erneut ins Gesicht und lächele ihn an. Seine Mundwinkel sind wie festgefroren, aber seine Augen treten langsam wieder hervor. Mit einem Blick auf seine Hände fasse ich eine davon. "Bille", stelle ich mich vor und drücke seine Hand dabei etwas. Als er sich einige Sekunden nicht regt, wage ich erneut einen Versuch: "Ich heiße Bille und du?" "Gnorf", brummt er. Mit seinem Namen kam bei mir auch ein Geruch nach verwestem Fleisch an. "Ähm ja, schöner Name. Ist eher außergewöhnlich.", entgegne ich ihm und kann mir ein husten durch den Geruch nicht verkneifen. Im nächsten Augenblick sehe ich, wie Gnorf seinen linken Arm nach hinten schleudert und höre ein dumpfes Geräusch. Ich probiere an ihm vorbei zu schauen- was mir auch gelingt. Auf dem Boden hinter ihm liegt der Gegner, den ich vorhin schon gesehen habe. Langsam zerrieselt dessen Körper zu Sand und versinkt gleichzeitig im sandigen Boden. Ich starre mit offenem Mund auf den Fleck, an dem vorhin doch der regungslose Körper lag. Bevor mir das ganze Angst einflösen kann, holt mich Gnorf wieder aus meinen Gedanken, indem er losläuft und mich mit sich zieht. "Wo gehst du hin? Ich will nicht mit!" Gleich fährt mir die Angst tief in die Knochen. "Musst du aber.", sagt Gnorf schnaubend "Ohne mich bist du hier verloren. Das wirst du bald spüren. Ich bin groß, habe Kraft und kenne die Gefahren und Tücken dieser Welt. Du nicht. Und genau das macht dich hilflos." Er hat recht. Er hat schlicht und einfach recht. Ich kenne mich hier weder aus, noch bin ich sonderlich stark oder groß. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mit ihm zu gehen. Es ist dunkel und kalt und ich glaube, dieser Zustand macht mir mehr angst als Gnorf. Mit schnellen Schritten haste ich ihm hinterher, da er ein schnelles Tempo vorgibt -nicht zuletzt durch seine Größe.
"Hier schlafen wir.", schnaubt Gnorf und legt sich langsam und mit erschöpften Gesten auf den Boden aus Stein, der mit Sand beschmutzt ist. Ich wische den Sand von einem Stück des Bodens und lege mich in seine Nähe und schaue aus der Tür hinaus. Wir sind in einem ausgeraubten, sehr kleinen Mausoleum an dem sogar schon die Tür fehlt. Ich habe noch nie auf einem Friedhof übernachtet und ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Aufmerksam beobachte ich die Grabsteine, die sich im Licht der schmutzigen Laternen zu bewegen scheinen. Sie tanzen quasi im Licht der Nacht:
"Der Türmer, der schaut zumitten der Nacht
Hinab auf die Gräber in Lage;
Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht,
Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.
Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:
Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,
In weißen und schleppenden Hemden.
Das reckt nun, es will sich ergötzen sogleich,
Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,
So arm und so jung, und so alt und so reich;
Doch hindern die Schleppen am Tanze.
Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,
Sie schütteln sich alle: da liegen zerstreut
Die Hemdelein über den Hügeln.
Nun hebt sich der Schenkel, nun wackelt das Bein,
Gebärden da gibt es vertrackte;
Dann klipperts und klapperts mitunter hinein,
Als schlüg man die Hölzlein zum Takte.
Das kommt nun dem Türmer so lächerlich vor;
Da raunt ihm der Schalk, der Versucher, ins Ohr:
>>Geh, hole dir einen der Laken!<<
Getan wie gedacht! und er flüchtet sich schnell
Nun hinter geheiligte Türen.
Der Mond, und noch immer er scheinet so hell
Zum Tanz, den sie schauderlich führen.
Doch endlich verlieret sich dieser und der,
Schleicht eins nach dem andern gekleidet einher,
Und husch ist es unter dem Rasen.
Nur einer, der trippelt und stolpert zuletzt
Und tappet und grapst an den Grüften;
Doch hat kein Geselle so schwer ihn verletzt;
Er wittert das Tuch in den Lüften.
Er rüttelt die Turmtür, sie schlägt ihn zurück.
Geziert und gesegnet, dem Türmer zum Glück;
Sie blinkt von metallenen Kreuzen.
Das Hemd muß er haben. da rastet er nicht,
Da gilt auch kein langes Besinnen,
Den gotischen Zierat ergreift nun der Wicht
Und klettert von Zinne zu Zinnen.
Nun ists um den armen, den Türmer, getan!
Er ruckt sich von Schnörkel zu Schnörkel hinan,
Langbeinigen Spinnen vergleichbar.
Der Türmer erbleichet, der Türmer erbebt,
Gern gäb er ihn wieder, den Laken.
Da häkelt -jetzt hat er am längsten gelebt –
Den Zipfel ein eiserner Zacken.
Schon trübet der Mond sich verschwindenden Scheins,
Die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins-
Und unten zerschellt das Gerippe."
(Johann Wolfang von Goethe, Der Totentanz, 1815)
Gnorf steht am Rande des Friedhofes und scheint Beeren zu sammeln. Verwirrt rücke ich in den Schatten, da die Sonne doch schon ziemlich stark scheint. Habe ich nun geträumt oder ist das nun wirklich heute Nacht passiert? Wie nennt man so etwas, wenn man Realität und Traum nicht mehr auseinander halten kann? Ich hatte schon öfter so ein Erlebnis. Aber nicht in dieser Intensität. Dieses Mal weiß ich es wirklich nicht. Klar, ich könnte behaupten, dass es keine Zombies gibt, aber es gibt auch Gnorf. Und diesen gibt es wirklich. Ein paar Beeren rollen in mein Blickfeld und werden von meinen Beinen gestoppt. Ich schaue in das grelle Sonnenlicht empor und sehe die Umrisse von Gnorf. Mein Blick wendet sich wieder den verschmutzten Beeren zu. „So etwas esse ich nicht!“, stößt es aus meinem Mund hervor. Er rafft die Beeren auf und hält sie mir vor den Mund. „Stell dich nicht so an. Es wird ein heißer Tag und wir müssen weit laufen, das Essen wird auch nicht sauberer und besser werden und du siehst nicht so aus, als würdest du rohes Fleisch bevorzugen.“ Angewidert verziehe ich mein Gesicht, schnappe mir die Früchte und stecke eine nach der anderen in den Mund. „Geht doch.“, schnaubt er mir entgegen. Nachdem ich die letzte Beere herunter geschluckt habe, streckt mir Gnorf die Hand entgegen: „Komm, steh auf. Du hast sicher Durst.“ Fix greife ich nach seiner Hand und lasse mich in den Stand ziehen. Auf dem Weg zur Wasserstelle leere ich meine Flasche. Gnorf zerrt mich weiter mit, ohne mich auch nur mit einem Blick zu würdigen. Eigentlich müsste er mir gar nicht helfen. Wieso er es trotzdem tut, das verstehe ich nicht. Vielleicht aus Einsamkeit, vielleicht aber auch einfach, weil ich ihm leid tue. Hier sieht es aus wie in einer Wüste. Alle paar Meter sprießen einzelne Grashälmchen aus dem Boden. Die einzelnen Bäume, die hier noch stehen, kann man an einer Hand abzählen. Sie kahl und weiß. Weit in der Ferne sehe ich noch die Burg und das Mausoleum, in dem ich die Nacht verbracht habe. Die versprochene Wasserstelle scheint ein alter Brunnen zu sein. Jedenfalls erkenne ich in der Ferne eine. Oder so etwas ähnliches. Ich mustere den Rücken von Gnorf. Erst jetzt bei Tageslicht und der hellen Sonne, die von oben auf uns herab scheint, erkenne ich erst die Haut von ihm. Sie ist blassgelb und übersäht mit kleinen, großen, schmalen und breiten Narben. Manche davon sind schon etwas älter, das kann man deutlich erkennen, andere sind noch rot und angeschwollen. „Woher hast du die Wunden am Rücken?“, frage ich vorsichtig, während ich kurz stolpern muss. Gnorf schaut mich an und erwidert: „Ich habe dir doch schon einmal gesagt, dass es hier gefährlich ist. Auch ich bin verwundbar. Viele Kämpfe habe ich schon hinter mir. Mehr oder weniger erfolgreich, wie du sehen kannst.“-„Aber tut das nicht weh? Und warum gehst du nicht einfach in eine Gegend, in der es sicherer ist als hier.“, entgegne ich ihm mit einem leichten Unterton in meiner Stimme, da ich das nicht ganz nachvollziehen kann. „Sei nicht so neugierig. Ich habe dir geantwortet, also lass es dabei bleiben.“, sagt er schnaubend, beugt sich über den Brunnen und zieht an einem Stück Seil einen Eimer herauf, der mit Wasser gefüllt ist. Den Eimer lässt er vor meine Füße fallen und sagt: „Hier füll dir deine Flasche, wasch dich, trinke es –mir ist es egal. Allerdings würde ich an deiner Stelle das trinken bevorzugen.“ Kaum hat er seinen Satz zu Ende gesprochen, wird er am Hals gepackt und nach hinten gezogen. Ein lauter Jubelausstoß ist zu hören. Gnorf dreht sich herum und schnaubt wütend und teils unverständlich so etwas wie „nicht du schon wieder“, „verschwinde“ und „lass mich in Frieden“. Er schlägt auf den anderen ein und kassiert dafür sehr schmerzhaft aussehend Fleischwunden durch das Beil des anderen. Allerdings hat dieser keine Chance gegen Gnorf. Er scheint unverwüstbar zu sein. Ein weiterer Punkt, der dafür spricht bei ihm oder zumindest in seiner Nähe zu bleiben. Er dreht sich mit fragendem Blick um sich selbst und brüllt meinen Namen. Ich komme langsam hinter dem Brunnen hervor. „Ja ich bin hier, mir geht es gut, Gnorf.“ Mit einer erleichternden Armbewegung lässt er sich auf den Boden sinken und lehnt sich an den Brunnen an. „Mensch jag mir nicht so einen Schrecken ein.“ „Tut es sehr weh?“, frage ich, ohne weiter auf seinen Satz einzugehen und zeige auf seine Wunden. „Ich bin es gewohnt. Mach dir keinen Kopf darum. Halte dich lieber fern, wenn ich kämpfe.“, belehrt er mich. Mit einem genervten Augenrollen setze ich mich in Bewegung und stecke die Flasche, die ich mittlerweile mit Wasser gefüllt habe, in meinen Rucksack zurück. Mit kleinen schleppenden Schritte schlurfe ich Gnorf hinterher. „Wo gehen wir eigentlich hin?“, frage ich ihn mit einem lustlosen Tonfall. Gnorf dreht sich langsam herum. „Ich bringe dich wieder nach Hause. Dort willst du doch wieder hin.“, entgegnet er mir. „Ja aber zur Burg geht’s doch genau in die entgegengesetzte Richtung.“, erwidere ich stutzig. Nichts. Es kommt keine Antwort von Gnorf. Okay, es war auch keine Frage, aber er hätte ja trotzdem etwas darauf sagen können. Es ist Mittag und trotzdem wirken die Bäume bedrohlich auf mich. Sie scheinen mich zu beobachten und scheinen dabei auch noch Spaß zu haben. Gnorf scheint es ganz und gar nicht so zu gehen. Im Gegenteil, sein Tempo verlangsamt sich und er schaut immer seltener zu mir, um auch sicher zu stellen, dass ich noch mit seinem Tempo mithalten kann. Ich mustere den Boden. Hier stehen ein paar mehr Blumen- sicher nicht so viele, wie auf dem Weg zur Burg aber doch mehr als in unserem Garten zu Hause. Ach, was hat meine Oma Blumen geliebt. Als sie noch bei uns lebte, blühte bereits im März der gesamte Garten. Meine Eltern hingegen mögen es praktisch. Ein Rasen, übersäht mit Moos, erstreckt sich nun hinter unserem Haus. Nicht mal ein Gänseblümchen hat dort die Chance länger als sieben Tage zu überleben. „Pass doch auf und hör auf zu träumen.“, schnaubt Gnorf und schaut mich mit einem finsteren Blick an. Ich schüttele meinen Kopf kurz, da er mich aus meinen Gedanken gerissen hat. „Oh, entschuldige, ich wollte dich nicht anrempeln.“, nuschele ich und schaue ihn schuldbewusst an. Wir stehen vor einer großen Höhle, in der es schwarz ist. Obwohl, ganz dahinten ist etwas Helles. „Was wollen wir hier? Wohnst du hier?“, frage ich Gnorf und schaue weiter an ihm vorbei. Dieser dreht sich allerdings nur um und geht weiter, ohne auch noch ein weiteres Wort zu verlieren. Unsicher folge ich ihm. Hier geht es sicher nicht zur Burg und gemütlich sieht es hier auch nicht gerade aus. Immer wieder wische ich mir Spinnennetze aus dem Gesicht. Gnorf kann ich kaum erkennen. Ich höre eigentlich nur noch seine Schritte. „Mir tun meine Füße weh.“, klage ich. „Sei still oder willst du, dass uns etwas passiert?“, schnaubt er mir leise entgegen. Scheinbar hält er sein Gesicht direkt vor meins, da ich seinen Atem riechen kann. Ich will doch nur nach Hause. Nirgendwo andershin. Und gefährlich scheint es hier ja auch noch zu sein. Mensch worauf habe ich mich nur eingelassen? Ohrfeigen könnte ich mich, dass ich jemals mit ihm mitgegangen bin. Langsam wird es heller und ich kann den Rücken von Gnorf kurz darauf auch schon deutlich sehen, Gnorf hält mich mit einem Arm von ihm hinter sich und mustert die Höhle mit seinen Augen. Er greift nach meinem Arm und zieht mich neben sich. Ich sehe wie ein Schatten auf uns zukommt und kurz darauf erkenne ich, dass es sich um eine ähnliche Gestalt als Gnorf handelt. Sie ist nur viel älter, hat noch tiefere Falten als Gnorf. Sein rechtes Auge ist zugewachsen, anscheinend hat er es nach einem Kampf verloren. Ich glaube, er ist auch noch ein Stück größer als Gnorf. Aber das kann ich auch nur schätzen. „Was willst du hier?“, ruft die Kreatur Gnorf zu. „Ich suche einen Platz zum Schlafen für heute Nacht. Für Bille und mich.“ „Dass du es wagst, dich hier noch blicken zu lassen! Du weißt, weshalb ich dich weggejagt habe! Verschwinde! Verschwinde!“, ruft die Kreatur. Ihre Stimme überschlägt sich fast. Mit ruhigem Tonfall probiert es Gnorf erneut: „Bitte. Wo soll ich denn schlafen? Wo sollen wir denn schlafen?“ Die Kreatur schreit wütend auf und im nächsten Augenblick kippt Gnorf neben mir um. Erschrocken wechseln meine Augen zwischen Gnorf und der Kreatur. Gnorf wurde von einer Klinge getroffen- er blutet. Die Kreatur läuft auf uns zu, ist aber nicht mehr in der besten Verfassung. Schnell schnappe ich mir die Hände von Gnorf und ziehe ihn Richtung Ausgang der Höhle. Am Ausgang angekommen, zerre ich ihn zwischen die Bäume, in der Hoffnung, dass uns diese Kreatur hier nicht so schnell findet. Ich ziehe meine Jacke aus und drücke sie mit aller Kraft auf die Wunde von Gnorf. Er war gar nicht so schwer, wie ich dachte. Augenscheinlich ist er wirklich nur Haut und Knochen. Nach einer Weile hört die Wunde auf zu Bluten. Meine Jacke lasse ich allerdings trotzdem noch drauf liegen, damit keine Mücken an die Wunde kommen. Seine Augen sind immer noch geschlossen. Tod ist er nicht. Sein Herz schlägt und seine Lungen füllen sich in regelmäßigen Abständen mit Luft. Wer war das? Sein Vater? Und was hat Gnorf so schlimmes gemacht, dass sein Vater ihn nicht mehr sehen möchte? Ja, er wollte Gnorf sogar töten. Ich sammle ein paar Beeren und stecke sie in meinen Rucksack. Nach ein paar Runden ist mein Rucksack halb gefüllt und ich höre, wie sich Gnorf bewegt. Ich springe zu ihm und schaue ihm in die Augen: „Hallo. Alles okay bei dir?“ Er schaut an sich herunter und nimmt meine Jacke von sich. Schweigend schaut er auf die Beeren in meinem Rucksack und nimmt sich eine Handvoll. „Wer war das und wieso war er so wütend?“, setze ich erneut an. „Bille, zum letzten Mal: Sei nicht so neugierig. Das geht dich nichts an.“, antwortet er sichtlich genervt. Ich erwidere: „Soso. Es geht mich also nichts an. Aber dass du mich auch in Gefahr gebracht hast, ist dir dann doch schon bewusst?“ Gnorf steht auf und schaut mich traurig an. Er schlurft den Waldweg entlang. Schnell packe ich meinen Rucksack und rufe ihm nach: „Warte doch wenigstens auf mich. Gnorf, warte doch!“ Ich haste ihm so schnell ich kann hinterher. Dann bleibt er kurz stehen und setzt sich auf den Boden, lehnt sich an einen Felsvorsprung an. Als ich bei ihm ankomme, setze ich mich zu ihm und mustere ihn. „Es tut mir leid. Pass auf, ich erzähle dir etwas. Ich möchte aber, dass du keine Fragen zu dem Thema stellen wirst.“, nach einer Pause beginnt er zu erzählen, „Um 1180 wurde mit dem Bau einer romanischen, Höhenburg Alt-Montclair, durch Arnulf von Walecourt begonnen. Jacob von Montclair ließ die Burg zu der imposanten Größe von 850 Metern Länge ausbauen. Nach neunmonatiger Belagerung wurde Alt-Montclair 1351 durch Kurfürst Balduin von Trier eingenommen und zerstört.“ Gnorf malt mit einem Stock kleine Zeichen in den Sand. Gespannt höre ich ihm weiter zu. „Arnold von Sierck gelang es 1428 und 1433, von den Erzbischöfen Otto und Raban von Trier die Erlaubnis zu einem Neubau auf dem Burgberg von Montclair zu erwirken. Die neue Burg wurde 1439 –gleichzeitig mit der Burg Meinsberg bei Mandern- fertig gestellt. Im Gegensatz zu Alt-Montclair wurde die Burg Neu-Montclair von den nachfolgenden Geschlechtern nie selbst, sondern von ihren jeweiligen Verwaltern bewohnt. Auch hat Neu-Montclair nie eine nennenswerte Rolle in kriegerischen Auseinandersetzungen erlebt. Meine Vorfahren wurden also hier in die Burg bestellt, um auf diese aufzupassen. Auf sie und ihre Umgebung. Die Burg sollte für immer so bleiben, wie sie damals aussah. Daher stammen auch meine vielen Wunden. Sie konnten erst wieder von der Burg weg, wenn sie 30 Jahre ihren Dienst geleistet haben. Das heißt, wenn die Burg im gleichen Zustand wie zum Beginn ihrer Arbeit war. Doch als im Herbst 1991 mit den Konservierungsarbeiten an der Burg Montclair begonnen wurde, weil ich den Kampf gegen die anderen verloren hatte, wurden wir für immer an diese Burg gefesselt. Und wir sind ja nicht nur aus Verpflichtung, sondern auch aus Liebe zu der Burg hier. Natürlich, die Burg befand sich in einem sehr schlechten Zustand. Sogar die mächtigen Haupttürme drohten zusammenzubrechen. Die Touristen durften die Burg nicht mehr betreten, da sie nun mal sehr einsturzgefährdet war. Heute kann man sie wieder ohne Angst zu haben betreten. Das ist kein Problem, wie du selbst weißt. Ich hoffe, du verstehst nun auch mein Leben und das, was hier Geschehen ist besser. Und jetzt lass uns gehen, dann bist du noch vor Sonnenuntergang zu Hause.“ Er steht auf und hält mir die Hand hin. Ich fasse sie und lasse mich hochziehen. Dann bin ich also in eine zweite Welt gerutscht. Verrückt. Wir gehen um die Kurve und dann steht auch schon wieder die Burg vor uns. Gnorf begleitet mich noch bis zur Tür und ab dort gehe ich alleine weiter.
Zuhause angekommen, wollen mit meine Eltern natürlich Fragen stellen, wie es so bei Mona war. Aber dazu bin ich zu müde. Ich springe unter die Dusche und lege mich dann auch gleich in mein Bett und schlafe ohne zu träumen bis zum nächsten Tag durch.
Am nächsten Morgen will ich gar nicht aufstehen. Heute muss ich mein Referat vortragen und ich habe rein gar nichts. Nicht einmal ein paar Notizen in meinem Notizbuch, das ich extra mitgenommen habe. Ich raffe mich auf, mache mich für die Schule fertig und schleiche mich an meinen Eltern vorbei, um diesen unangenehmen und gleichzeitig sehr peinlichen Fragen zu entkommen. Den Bus bekomme ich auch gerade noch und finde auch noch einen Sitzplatz am Fenster. Mein Schulweg beträgt 26 Minuten. Diese gesamten 26 Minuten schaue ich auf mein Notizbuch und kann einfach nichts schreiben. Manche Dinge sind etwas Besonderes und diese sollte man dann auch nicht Teilen, finde ich. Ich klappe kurz vor Ende der Busfahrt das Notizbuch zu und stecke es wieder in meine Schultasche. Auf dem Weg zur Schule treffe ich Mona. Ihr erzähle ich natürlich gleich, dass ich meine Eltern angelogen habe und auch, dass ich ihnen gesagt habe, dass ich bei ihr gewesen wäre. Als sie mich natürlich fragt, wo ich wirklich war, zucke ich nur mit den Achseln und entgegne ihr: „Nicht so wichtig.“ Vor dem Klassensaal angekommen setze ich mich vor die Tür und höre Musik. Im Augenwinkel bekomme ich mit, dass jemand neben mir sitzt. Ich schaue ihn an und mustere ihn kurz. Anscheinend haben wir einen neuen Mitschüler, was an sich ja nicht schlimm ist. „Hi“, sagt der Junge grinsend. „Hallo.“, erwidere ich mit einem genervten Unterton. „Danke“, sagt er ruhig und lächelt weiter. Ich schaue ihn verwirrt an. „Der Türmer erbleichet, der Türmer erbebt, gern gäb er ihn wieder, den Laken.“, er nickt mir zu und sein Lächeln breitet sich über sein ganzes Gesicht aus. „Du?“, frage ich freudig. Er lächelt mich schief an und antwortet: „Ich glaube, wir wissen nun beide, wie man uns Verfluchte von unserem Bann an die Burg Montclair befreien kann.“
von Julia Bingert
Fachoberschule Wirtschaft
Paul-Weber-Schule
BBZ Homburg
Karlstraße 6-8
66424 Homburg
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